HAUTS-DE-SEINE, Außenstelle Courbevoie

Was haben die Cockpits eines Airbus und eines Krankenwagens gemeinsam?

“Unsere Außenstelle umfasst ca. 15 Fahrer. Ihre Ausbildung ist sehr anspruchsvoll und zeitaufwändig. Im Einsatz müssen sie ganz unterschiedliche Fahrzeuge steuern (Fahrzeuggröße, Ausstattungen, Patientenraum). Dabei kostet es den Fahrer und den Einsatzleiter Zeit, sich zurechtzufinden und sich auf die Konfiguration der Warneinrichtungen einzustellen (Rundumkennleuchten, Warnbalken, Sirenen, Signalleuchten etc).

Wer sein Material genau kennt, kann Zeit sparen und bessere Leistungen erbringen

Alle unsere Fahrer müssen den gesamten Fahrzeugpark genau kennen. Nur so kann das Material optimal genutzt und der Zeitaufwand begrenzt werden – denn bei Einsätzen zählt jede Minute!

Meine Inspiration: die Airbus-Philosophie

Ich komme ursprünglich aus der Luftfahrt und habe mich von der Airbus-Philosophie inspirieren lassen: Linienflugzeuge sind zwar alle unterschiedlich, die Cockpits sind jedoch immer gleich aufgebaut.

Somit ist der Pilot stets mit seiner Arbeitsumgebung vertraut, egal ob er einen A-320 steuert oder einen A-380. Dieses Schema wollte ich auf unsere Rettungsfahrzeuge übertragen.

2015 mussten wir einen neuen Krankenwagen kaufen. Wir entschieden uns für ein Gebrauchtfahrzeug, das wir komplett auf unsere Anforderungen abstimmen konnten. Neben den gewöhnlichen optischen und akustischen Warneinrichtungen haben wir uns dafür entschieden, das Fahrzeugmanagement und die Steuerung in einem einzigen, intuitiven Controller zu zentralisieren.

Diese unglaublich einfache, intuitive Lösung war die Revolution in unserem Arbeitsalltag!

Jeder Fahrer, der zum ersten Mal in das Fahrzeug einsteigt, weiß sofort, wie es funktioniert und benötigt keinerlei Einweisung.

Nicht einmal eine Demonstration ist erforderlich.

Ein zentralisiertes Fahrzeugmanagement ist so viel einfacher!

Genau das bietet uns der Controller GO112.
Laurent Bréchignac hatte mich beim Umbau des Fahrzeugs auf diese Möglichkeit hingewiesen.

Die Installation ist ganz einfach. Alle Zusatzeinrichtungen sind mit der Zentraleinheit des GO112 verbunden, genau wie die drei Steuergeräte. Anschließend musste der Controller GO112 nur noch programmiert werden – fertig. Alles funktioniert wunderbar: Leuchtleisten, Rundumkennleuchte, Leuchten, Sirene, Lautsprecher, Klimaanlage, Kabinenheizung, Trittstufe, Beleuchtung, Außensignale und Patientenraum.

Die Besonderheit dabei: Alle (auch komplexe) Zusatzeinrichtungen können problemlos einzeln gesteuert werden, sind aber auch vernetzt und kommunizieren. Am Armaturenbrett im vorderen Kabinenbereich wurde ein Touchscreen für den Fahrer installiert, mit dem er die Warneinrichtung und Signalisierung seines Fahrzeugs, aber auch einige Komfortfunktionen des Patientenraums steuern kann.
Ein weiterer Touchscreen ist im Patientenraum eingebaut und zentralisiert die Steuerung aller Ausstattungen. Ein drittes FSP-Kompaktsteuergerät (Flat Switch Panel) mit 9 Tasten befindet sich am Fahrzeugheck.

Dieses bietet insbesondere Tastenkürzel für die Außenbeleuchtung, die elektrische Hebevorrichtung für die Krankentrage und die Hinterradfederung des Fahrzeugs.

Eine optimale “Win-win”-Lösung!

Sie ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen unserer Außenstelle, dem Hersteller und dem technischen Dienst von Sirac. Jean-François Lambot, der technische Leiter, ist genau auf unsere besonderen Anforderungen eingegangen und hat flexibel auf alle unsere Anfragen reagiert.

Nebenbei möchte ich erwähnen, dass diese Anpassung unseres Fahrzeugs und des Controllers GO112 eine universell einsetzbare Bereicherung für alle Notfallorganisationen darstellt: Sie sind das Ergebnis zahlreicher relevanter, konstruktiver Analysen und Entwicklungen, die auch für unsere Kollegen von großem Nutzen sein werden. Diese Synergie hat eine echte Win-win-Erfolgsgeschichte ermöglicht.”

La Protection Civile ist ein anerkannter Katastrophenschutzverein, der derzeit 32 000 Freiwillige zählt – Männer und Frauen, die sich durch ihr Engagement, Weiterbildungen und ihre Einsatzerfahrungen zu professionellen Rettungskräften entwickelt haben.
Diese Helfer, die die Stärke der lokalen Außenstellen ausmachen, decken alle Bereiche ab: Ersthelfer, Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger, Techniker, Verwaltungsfachleute, Ingenieure, Lehrer, Polizisten, Hausfrauen etc.
Sie werden in drei Hauptbereichen eingesetzt. Den ersten bilden Erste-Hilfe-Schulungen für die breite Öffentlichkeit.
Weiterhin sind die ehrenamtlichen Helfer bei Erste-Hilfe-Einsätzen aktiv, wo sie die staatlichen Hilfsdienste (Notärzte, Feuerwehr) unterstützen, aber auch bei Großveranstaltungen. Den dritten Bereich bilden humanitäre Missionen und soziale Aufgaben.