Sicherheit im belgischen Schienennetz

Prävention und Intervention

Securail ist der Sicherheitsdienst des Bahnbetreibers SNCB und leistet über fünf landesweite Brigaden Prävention ebenso wie Sicherheitsinterventionen für den gesamten belgischen Bahnverkehr: Antwerpen, Gent, Lüttich, Charleroi, Brüssel, denen jeweils noch andere Dienste angegliedert sind.

Die Logistik, das Budget und die Ausrüstungen wie Fahrzeuge, Uniformen oder das Material von Securail werden von Alexandre Gierech verwaltet, der über solide praktische Erfahrungen bei Überwachung und Sicherheit im Bahn- und Flughafenbereich verfügt.

“Die Überwachungsaufgaben unserer Fachkräfte sind sehr vielfältig: Sie betreffen Bahnhöfe, Bahnsteige, Gleise, Reisende in den Zügen, der Kampf gegen Vandalismus, Metalldiebstahl, Delikte und Protokolle vor Ort wegen Störungen und Regelverletzungen aller Art. Die Tagespläne der mobilen Teams enthalten die Orte und Bahnhöfe, an denen dann intensiv patrouilliert wird. Sie sind es auch, die in Notfällen und bei Unfällen auf den Gleisen eingreifen und eng mit den Rettungsdiensten zusammenarbeiten: Bereiche absperren, Verkehrsflüsse kanalisieren, mit Neugierigen umgehen, Beistand leisten etc. Es handelt sich um eine intensive und oft gefährliche Arbeit.”

Die Aggressionen haben alles infrage gestellt…

2004 gab es zahlreiche Aggressionen im öffentlichen Verkehrswesen. Die Bundesbehörden haben in Zusammenarbeit mit dem Berufszweig die Kompetenzen der Sicherheitsfachkräfte in Frage und auf den Prüfstand gestellt. Inzwischen haben sich die Dinge weiterentwickelt. Diese Mitarbeiter haben nun das Recht, Identitätskontrollen durchzuführen und bestimmte Regelverletzungen zu protokollieren. Sie dürfen Personen bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Sie sind jetzt mit schusssicheren Westen, Handschellen, Pfefferspray und andere im aktuellen Kontext angemessenen Ausrüstungen unterwegs. Ihre Rechte wurden erweitert und im Geist einer engen Zusammenarbeit mit der Polizei sehr genau definiert.

Die Securail-Flotte

“Eine speziell auf unsere Aufgaben zugeschnittene lichttechnische und akustische Signalausrüstung ist für uns zur Priorität geworden“, erklärt Alexandre Gierech. Im Sommer 2016 haben wir 20 geländegängige Fahrzeuge gekauft, mit denen man über Gleisschotter fahren kann. Alle haben einen leistungsfähigen Warnbalken. Jeder kann sich vorstellen, dass unsere Interventionen oft irgendwo in der Natur stattfinden, da ist es nicht selten, dass man über Schienenstränge oder unter sehr niedrige Brücken fahren muss.

Der besonders flache Valor-Lichtbalken hat integrierte weiße Seitenleuchten, die die gesamte Umgebung perfekt ausleuchten. So brauchen wir keine Suchleuchte mehr, mit der man immer irgendwo anecken konnte. Das gleiche gilt für manche Garageneinfahrten.”

Ein Teamleiter erklärt:

“Ich bin Koordinator für Sondereinsätze und stehe dem Distriktleiter zur Seite: Demonstrationen, gemeinsame Aktionen mit der Polizei, Betrugsbekämpfung, Betreuung der Interventionen vor Ort, auch an Flughäfen. Diese Ausrüstung ist für uns eine richtige Wende. In unseren Stadtbereichen öffnet uns der Valor- Balken große Vorteile.

Besonders seine Lichtstärke ist außerordentlich. Die Verwendung der Sirene hat sich komplett verändert. Im allgemeinen arbeiten wir zu zweit im Team. Früher kümmerte sich der Kollege Beifahrer um den Einsatz der Sirene, damit sich der Fahrer voll konzentrieren konnte. Außerdem musste man immer mal die Sirenenlautstärke senken, um den Funkverkehr zu verstehen oder einfach mit den Kollegen zu sprechen! Es kam sogar vor, dass man andere vorfahrtsberechtigte Fahrzeuge ganz in der Nähe nicht wahrnahm, so laut war es im Wageninneren! Kurzum, diese Unannehmlichkeiten haben sich direkt auf unsere Fahrweise bei Eileinsätzen ausgewirkt.”

Einmal hupen, und die Sirene ist aktiviert.
Das ist alles!

“Jetzt ist die Sirene verlagert und unter der Motorhaube installiert, das Lärmproblem im Fahrgastraum ist gelöst. Das ist ein echter Unterschied! Dazu kommt, dass jetzt ein Hupen durch den Fahrer genügt, wenn wir es über eine Kreuzung schaffen müssen! Jetzt kann sich der Beifahrer ganz auf den Funkverkehr mit der Zentrale konzentrieren.”

TERRORISTISCHE WARNUNG

Terrorwarnung am Hauptbahnhof und allein an Bord…
Als es Anfang Juni 2017 am Brüsseler Hauptbahnhof eine Terrorwarnung gab, war ich als Verantwortlicher für die Bereiche Nord und Mitte eingeteilt.

Ich war auf der Nordseite, als die Polizei mich zu einer dringenden Verstärkung zur Sicherung des Ereignisbereichs rief. Ich habe mich also sofort zum Bereich Mitte in Bewegung gesetzt. Ich war allein im Fahrzeug und konnte mir wirklich über die Vorteile und die Überlegenheit meiner Noteinsatzausrüstung klar werden. Ich konnte alles allein steuern, ohne dass dies bei der sehr schnellen Fahrt auch nur einmal meine Konzentration beeinträchtigt hätte! Und ganz nebenbei konnte ich später im Fernsehen und in der Presse feststellen, dass unsere Fahrzeuge mit ihrer neuen Beleuchtung von allen am besten zu sehen waren.

Securail oft im Schatten, und doch…
Vergessen wir nicht, dass Securail mit seiner Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Dienst für Inneres und der Polizei eine wichtige Rolle für die Sicherheit der Zugpassagiere der internationalen Verbindungen von Thalys und Eurostar spielt.